Regie - Ueli
Bereits zum dritten Mal wagen sich die initiativen Theaterleute der BBK an ein Freilichtspiel im wunderschönen Bellpark in Kriens. Bei einem Landschaftstheater muss die Wahl des Stückes der Umgebung angepasst werden, das heisst man benützt die vorhandene Naturkulisse und integriert diese dementsprechend. Und das ergibt nun die Faszination, alte Bäume, grosse Rasenflächen, Bauernhaus, Schuppen ergeben zusammen mit einer perfekten Lichtgestaltung unvergessliche Effekte und Stimmungsbilder. All diese Überlegungen haben wir bei der Wahl der Produktion in Betracht gezogen und sind dabei auf Gotthelfliteratur gestossen. Gotthelf in Kriens? Warum nicht, haben wir uns gesagt. Die Aussagen dieses grossen Schweizerdichters und Philosophen trifft doch nicht nur auf die Berner zu, seine Botschaft wird und soll in allen Sprachregionen verstanden sein. Bein Durchackern seiner Werke begegneten wir unter anderem auf die vor neun Jahren in Meikirch uraufgeführte Fassung des Berner Theatermannes Ueli Bichsel "Ueli der Knecht". Wir haben nun diese Vorlage für eine eigene Übersetzung in Luzerner Dialekt verwendet, im Luzerner Hinterland angesiedelt und nach dem Roman "Wie Ueli der Knecht glücklich wurde" auf "luzernerisch" dramatisiert.
Gotthelfs Gedanken sind zeitlos, trotzdem siedelten wir das Stück um 1840 an. Kostüme und Requisiten (letztere vom Schweiz. Museum für Landwirtschaft und Agrartechnik, Alberswil) aus dieser Epoche zusammengetragen, damit Sie sich, verehrte ZuschauerInnen so richtig in diese Zeit zurückversetzt fühlen. Ein episches Stück zu inszenieren fordert vor allem die Sprachregie. Diesem wichtigen Aspekt haben wir grosse Beachtung geschenkt. Damit leisten wir ebenfalls einen Beitrag zu Pflege und Erhaltung der heimischen Sprache, eine wichtige Aufgabe, die das schweizerische Volkstheater zu erfüllen hat. Über 40 Mitwirkende Frauen, Männer, Kinder werden dieses einmalige Theaterspektakel im Bellpark bevölkern und die dazu vom Luzerner Musiker Bruno Jost eigens komponierte und interpretierte Musik bestimmt für das nötige Ambiente sorgen. Wir freuen uns auf ein (hoffentlich) zahlreich aufmarschierendes Publikum und ich danke allen, den Spielerinnen und Spielern, dem ganzen Produktionsteam für diese grosse geleistete Arbeit, dass dieses Projekt realisiert werden konnte. Mein persönlicher Dank gebührt auch den Verantwortlichen der Gemeinde Kriens, welche uns seit Beginn unserer Aussenproben im März das ganze Areal des Bellparkes zur Verfügung stellten. Bei so viel aufgewendetem Idealismus hoffen wir natürlich, dass uns auch der Wettergott im Monat August seine Sympathie erweist!


